Zahlreiche Besucher erleben den Demenzparcours der Fachstelle für Demenz und Pflege Oberbayern am 11. August auf der Landesgartenschau in Kirchheim

1. Alltagssituationen von Menschen mit Demenz hautnah erleben

Am 11. August 2024 präsentierte die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberbayern im Rahmen der Landesgartenschau in Kirchheim Teile ihres Demenzparcours. Viele Besucher nahmen sich die Zeit die verschiedenen Stationen des Parcours zu durchlaufen und sich so in die Lage von Menschen mit Demenz zu versetzen.

In Bayern leben derzeit etwa 240.000 Menschen mit Demenz. Rund drei Viertel von ihnen werden im häuslichen Umfeld betreut und versorgt. Im Alltag stoßen Menschen mit Demenz oft auf Herausforderungen, die bei ihren Mitmenschen, manchmal auch bei ihren pflegenden Angehörigen, auf Ungeduld und Unverständnis stoßen. Selbst für Angehörige, die schon lange Zeit mit der Pflege von Menschen mit Demenz betraut sind, ist es oft schwierig, sich wirklich in deren Situation hineinzuversetzen.

Um das Verständnis für die Herausforderungen von Menschen mit Demenz zu fördern, ist es hilfreich, Gefühle wie Wut und Frustration selbst zu erleben. Genau das ermöglicht der Demenzparcours.

An den verschiedenen Stationen des Parcours werden alltägliche Situationen von „Erna Müller“ nachgestellt. Durch ihre Erkrankung gerät Erna Müller immer wieder an ihre Grenzen und empfindet dabei Gefühle wie Wut und Frustration. Um dies auch für Menschen ohne Demenz erfahrbar zu machen, sind in den Parcours Handicaps eingebaut, die das Bewältigen der gestellten Aufgaben erschweren und manchmal fast unmöglich erscheinen lassen.

Das unmittelbare Erleben dieser Gefühle ist oft der erste Schritt zu einem besseren Verständnis für die Situation von Menschen mit Demenz – und genau das haben viele Teilnehmer an diesem Wochenende erfahren.

2. Weiterführende Gespräche: Unterstützung für pflegende Angehörige und Betroffene

„Etwa zwei Drittel der Menschen mit Demenz werden über lange Phasen der Erkrankung hinweg im häuslichen Umfeld versorgt. Viele pflegende Angehörige fühlen sich dabei isoliert und alleingelassen,“ erklärt Gabriele Kuhn, Leitung der Fachstelle für Demenz und Pflege Oberbayern.

In den Gesprächen, die im Anschluss an den Parcours stattfanden, konnten den Besuchern gebündelte Informationen zur Bewältigung des Alltags mit Demenz vermittelt werden. Dabei wurden pflegende Angehörige ermutigt, ihren eigenen Weg in der Versorgung zu finden und sich nicht entmutigen zu lassen.

Gabriele Kuhn zieht ein positives Fazit: „Mit dem Demenzparcours können wir das Thema Demenz auf wirkungsvolle Weise öffentlich machen und enttabuisieren. Unser Ziel ist es, die vielfältigen Herausforderungen, die mit dieser Erkrankung einhergehen, als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen.“